
The House ist back (1963, 22min.) <br> Der einzige Film der Dichterin Forugh Farrokhzad, der kurz vor ihrem Tod im Alter von 37 Jahren entstand, ist ein poetischer Dokumentarfilm über eine Leprakolonie im Nordwesten des Iran, gedreht auf 35-mm-Film. Im Jahr 1963, ein Jahr nach dem Oberhausener Manifest, gewann der Film den Großen Preis beim Oberhausener Kurzfilmfestival. Was ihn von anderen sozial engagiertem Dokumentarfilmen unterscheidet, ist das grundlegend andere Verhältnis zwischen Filmemacherin und Subjekt: Der Film zielt weder darauf ab, Mitleid zu wecken, noch die Kranken zu „vermenschlichen“. Anstelle herkömmlicher Interviews arbeitet Farrokhzad mit Versen aus dem Alten Testament und dem Koran, mit Nahaufnahmen der Hände und Füße der Patienten sowie einer weiblichen Erzählstimme, die das Bild niemals kommentiert, sondern ihm widersteht. <br><br> I COMME IRAN (2014, 50 Min.)<br> Der Film spielt in einem Klassenzimmer in Brüssel: Die Regisseurin, die als Kind aus dem Iran floh, lernt Persisch anhand eines Lehrbuchs aus der Zeit der Islamischen Revolution. Der Radikalismus des Films liegt vor allem in seiner Zärtlichkeit: der Zärtlichkeit der persischen Sprache, den veralteten Illustrationen, den Versen von Hafez und Forugh Farrokhzad und der Stille zwischen den Worten, Klängen und Bildern. <br><br> +x+=+ (2021, 7 Min.) <br> Niyaz Saghari trauert um ihre Mutter, indem sie Aufnahmen ihrer Stimme, das Geräusch von Staub, der auf ihr Grab fällt, und alte Super-8-Familienfilme zu einem Werk verwebt, das sich die Filmemacherin immer wieder ansah. „Ein filmischer Trauerprozess.“